635 Tage

So lange hat es gedauert.
Mein letztes Buch ging um die Abenteuergeschichte von Shakleton.
Ich will natürlich nicht das Buch bewerten oder rezensieren- dazu habe ich nicht das Wissen bzw. die dazu notwendige fundierte Bildung.
Aber meiner Begeisterung für ein Buch Kund zu tun, bedarf keiner Staatlich geprüften Fähigkeiten.
Auf das Buch "365 Tage im Eis" bin ich über ein anderes Buch gekommen .. "Im Herzen der See" das auch sehr spannend war/ ist.
In beiden Büchern geht es sich um die Seefahrt - ein Thema welches für mich nicht in Frage käme, denn auf offenem Wasser bekomme ich die "Panik" und da verstehe ich dann auch keinen Spaß mehr. Ich überwinde mich einmal im Jahr im Sommer durch den Rursee zu schwimmen.. von der einen zur anderen Seite ..ab der Mitte wird es dann für mich schon "kriminell"..ich bekomme dieses "ungute Gefühl" einfach nicht los .. was ist unter mir? (Klingt lächerlich..ich weiß)
Vielleicht kommt daher auch meine große Bewunderung für diese Geschichten.
Naja, die letztere kennt fast jedes Kind würde ich sagen -Moby Dick-.

Moby Dick p510 illustration.jpg

Die Geschichte von Shakleton jedoch kannte ich nicht.
Man hat nach ihm einen Mondkrater benannt (den Südpol vom Mond) ..sagt doch schon alles, oder?!
Meine rein subjektive Romantische Wahrnehmung sieht in ihm einen Helden..einen echten Helden. Nicht diese Helden von heutzutage ...wie heißen sie? M.Zuckerberg? Bill Gates? Angela Merkel? Dieter Bohlen? Oder eben die anderen Aale, die sich überall in den Medien zur Geltung bringen.
(Sry für meine politisch unkorrekte Aussage/Meinung)
Das heldenhafteste an seiner Geschichte ist wohl, das er alle 28 Männer lebend nach Hause gebracht hat.
Als ich das Buch gelesen habe- hatte ich Stundenlanges Material im Kopf; Vorstellungen über die Szenerie, wie ich sie wohl nicht eine einzige Stunde ausgehalten hätte (vom Verstand).



Ich sage mal so .. in der Drake Passage mit einem 7m langen und 2m breiten Boot bei Sturm (es stürmt in dieser Gegend ständig und (!) es herrscht Kreuzsee) zu Segeln bzw. Rudern bei durchschnittlich -20°C -dazu braucht man entweder Eier aus Stahl oder ein Herz so groß wie ein Fußball (meine Definition).


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Durch die Geschichte habe ich auch zum ersten mal Google Earth richtig wertschätzen gelernt.
Man kann sogar nach Geo-Koordinaten suchen: z.B. 62° 15'Süd, 53° 7'West (auf der suche nach einer Insel; Bestenfalls King George Island)



Letztendlich gab es zu der Zeit 1915 in dieser Gegend nichts was Zuflucht geboten hätte.

28 Männer brauchten zu Essen und zu Trinken- linksherum alles Salzwasser, aber dafür 1000ende Robben und Pinguine.
Manche Stellen konnte ich aus eigenen- wesentlich milderen Erfahrungen, ableiten .. so z.B. wenn davon die Rede ist, dass sie ihre Hände in den Eingeweiden der Tiere, aufgewärmt haben. Da ich als Fleischer auch geschlachtet habe (in der Metzgerei sowie auf Schlachthöfen), weiß ich, wie angenehm  es sein kann, wenn man im Winter die Stelle als Ausnehmer inne hat. Ok, Schlachten ist eigentlich sowieso schon, an sich, eine schwierige Arbeit und man kommt sehr schnell auf Temperatur. Aber die Hände werden bei Minus Temperaturen und Nässe immer schnell kalt und dann auch unbeweglich.
Somit lässt sich dann auch die Aussage herleiten, daß der Posten Köpfe abschneiden (beim Großvieh)  - dann etwas Gutes für sich hat.
Eine angenehme Wärme die beim Stechen, über die Arme, ausläuft.
Temperaturen um die -18°C  kenne ich aber nur aus Gefrierhäusern...
Ich habe es z.B. wie die Pest gehasst, wenn ich nass geschwitzt oder vom durch den Regen laufen, bis zum Gefrierhaus - darin nach etwas suchen musste.
"Geh mal bitte gucken, ob Du die Schweinenacken von XY rauskriegst"
Der Atem gefriert und die Ventilatoren ballern einem die Kälte bis ins Rückenmark.

Es gibt Abenteurer die diese Strecken unter ähnlichen Rahmenbedingungen (natürlich mit bestem Navigationsinstrumenten ausgestattet) nachgefahren sind und das nur als Teilabschnitte.


Sie - Shakleton, Worsley und Crean - nahmen den riskanten Weg. Ich weiß nicht, wie sie es geschafft haben , nur, daß sie es schaffen mussten - drei Männer des heroischen Zeitalters der Antarktikexpeditionen, mit fühnzehn Metern Seil und einem Zimmermannsbeil.
Arved Fuchs

Egal an welcher Stelle im Buch man aufschlägt- das Elend nimmt keine Wende und findet stattdessen, sogar noch immer eine Steigerung.

Von Seeleoparden umgeben, von ständiger Dunkelheit, die Verantwortung über die Moral der 27 Leute, immer die richtige (weitsichtige) Entscheidung zu fällen und das bei ständigem Hunger, Durst, völlig ermattender Hoffnungslosigkeit und Schlafmangel.

Oft hatte ich dieses "Gefühl".. bei dem vom Solarplexus aus Wellen durch mich durch gingen, mit einer Gänsehaut als Resultat.
Ich kann für mich nicht abweisen, daß ich zu der Kategorie Mann gehöre die "Helden" braucht, um streben zu können- nach dem besseren, eigenen
-ich-.
Shakleton gehört für mich definitiv zu dieser Reihe und ich bin "froh" das ich von dieser Geschichte erfahren habe ..

Shackleton Grave SouthGeorgia
Shackleton Grave SouthGeorgia

Demnächst sind Prüfungen und ich sollte mich eigentlich zur Zeit nicht soviel mit "Fremdwissen" auseinander setzen, aber gestern sind schon wieder ein paar Bücher angekommen, die ich auf Booklooker gefunden habe.

Eigentlich habe ich nur eins gekauft, nämlich -F.B.I. von Tim Weiner-.
Die Verkäuferin schrieb mich aber an, und frug mich ob ich noch Interesse an anderen Büchern, aus der Büchergilde Gutenberg Sammlung hätte ..
Nachdem ich ihr geantwortet hatte .. schrieb sie mir, dass ich einfach etwas Spenden sollte, da die Bücher bei ihr nur im Regal stehen würden.



Erstmal lese ich aber die Biographie von Steve Jobs zu Ende ... was für ein Umschwung.

Soviel nun - aus meiner Wirklichkeit.

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